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INFO

Operationstechnik
Yxoss CBR®

Vorbereitende Maßnahmen

Voraussetzungen

Yxoss CBR® sollte ausschließlich durch ausgebildete Zahnärzte und Chirurgen angewendet werden. Die allgemeinen Prinzipien des sterilen Arbeitens und der Patientenmedikation müssen bei der Anwendung von Yxoss CBR® beachtet werden. Jedes Yxoss CBR® Produkt ist patientenspezifisch hergestellt basierend auf den vom Arzt gelieferten Daten und darf nur für den vorgesehenen und speziell bezeichneten Patienten verwendet werden. Besondere Vorsicht gilt bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen, Patienten unter Bestrahlung oder Chemotherapie, starken Rauchgewohnheiten, generell bei unkontrollierten Stoffwechselerkrankungen. Selbiges gilt für Patienten unter/nach einer Bisphosphonattherapie oder Therapie mit RANKL-Antagonisten, akuter oder chronischer Infektion im OP-Gebiet. Generell gelten die gleichen patientenspezifischen Vorbedingungen, die bei jeder Augmentation berücksichtigt werden sollten.

Vorbereitend muss Yxoss CBR® vor der klinischen Anwendung auf Defekte, Scharten oder sonstige Beschädigungen überprüft werden. Nicht qualitätsgerechte Meshs müssen ausgesondert werden.

Sterilisation

Yxoss CBR® wird in doppelten Pealbeuteln in nicht steriler Form geliefert und muss vor der Verwendung am Patienten sterilisiert werden. Dazu wird nach Entfernen des äusseren Beutels der innere, gekennzeichnete Beutel direkt zur Sterilisation in einen Autoklaven gebracht. Die Autoklavierung erfolgt bei 135 Grad Celsius über 20 Minuten bei gespanntem Wasserdampf.

Das sterile Titangerüst kann dem Sterilisationsbeutel direkt entnommen und sofort zur Operation verwendet werden.

Operativer Eingriff

Therapieplanung

Die Planung des Patientenfalles erfolgt unter der Berücksichtigung lokaler und allgemeiner patientenspezifischer Risikofaktoren gemäß den Prinzipien des backward plannings zur Implantatpositionierung. Sollte bei dem Patienten eine Formabweichung des Kiefers im Sinne eines horizontalen oder/und vertikalen Defizits vorliegen, so ermöglicht Yxoss CBR® als Knochenregenerationstechnik diese Volumenaugmentation. Es dient hierbei als Barriere bei der gewünschten unbeeinflussten Knochenheilung und somit zur Ausschaltung der kompetitiven Wundheilung. Hierbei werden gemäß dem Prinzip der Osteopromotion langsam wachsende Knochenzellen gegenüber den schneller wachsenden und in den Defekt einsprossenden Fibroblasten des Weichgewebes bevorteilt.

Ebenso wird eine Volumenstabilität des Augmentates gewährleistet. Indikationen für den Einsatz von Yxoss CBR® liegen in der horizontalen Kieferkammaugmentation sowie auch dreidimensionalen Augmentationen.

Als Grundlage für die weitere implantologische Therapie erfolgen immer eine klinische und radiologische Diagnostik im Vorfeld sowie eine Befunddokumentation über eine Modellanalyse mit diagnostischem Setup der zu versorgenden Situation. Auf dem Planungsmodell kann basierend auf dem angefertigten Setup, eine Röntgenschiene zur präzisen dreidimensionalen Planung und später als Operationsschiene weiterverwendet werden. Um den Knochenabbau zu kompensieren wird eine dreidimensionale Planung des Yxoss CBR® auf Basis des erstellten DVTs ohne Röntgenschiene durchgeführt.

Die Kompensation des Defizits wird mit hauptsächlich autologem Knochen im Sinne des Goldstandards sowie Knochenersatzmaterial als Resorptionsschutz und aufgrund seiner osteokonduktiven Eigenschaften geplant. Autologer Knochen kann an den gängigen intraoral befindlichen Donorstellen gewonnen werden. Die Implantation kann defektabhängig einzeitig mit der Augmentation zusammen oder verzögert zweizeitig erfolgen.

Entscheidend für den Therapieerfolg stellt sich die Planung der Weichgewebsabdeckung dar. Eine entsprechende plastische Deckung unter Volumenzunahme sollte mittels Periostschlitzung geplant oder über gezielte Techniken zur Weichgewebeaugmentation erzielt werden. Generell verbessert eine breite Zone fixierter Gingiva die spätere, periimplantäre Hygiene und somit auch die Langzeitprognose der implantatprothetischen Versorgung.

Hygiene und Re-Evaluation

Die gängigen oralchirurgischen und implantologischen Hygienebestimmungen gelten auch für den Einsatz von Yxoss CBR® intraoperativ; Gleiches gilt für die Patientenmedikation.

Operationstechnik

Schnittführung

Die Schnittführung ist im Sinne der Ausdehnung und Lokalisation der zu augmentierenden Region zu wählen unter Beachtung anatomischer Strukturen wie des Sinus maxillaris, Nerven, Gefäße oder Bänder. Eine suffiziente Blutversorgung des Lappens wird durch eine ausreichend breite Basis gewährleistet. Der parodontale Zustand möglicher vorhandener Nachbarzähne muss ebenso wie die prothetische Versorgung derselbigen mitberücksichtigt werden. Eine positive Beeinflussung des Heilungsverlaufes wird erreicht durch einen vollständigen scharfen Schnitt, der Vermeidung von Gewebsquetschungen bei der Mobilisation des Lappens und einer marginalen Schnittführung vor allem in der ästhetischen Zone. Wenn Yxoss CBR® inseriert wird, sollte das Periost im Lappenbereich nicht verletzt oder ungewünscht perforiert werden und die Mobilisierung des Lappens scharf und unterminierend erfolgen. Die Schnittführung muss generell so gewählt werden, dass eine spätere Bedeckung des Meshs möglich wird; auch wenn dann deutlich mehr Volumen in situ vorhanden ist.

Einbringen des Yxoss CBR® Titangitters

Generell lässt sich der operative Ablauf in die schonende Präparation des Defektes, den Prozess der Knochengewinnung für den augmentativen Teil der Operation und die Zusammenführung beider Prozesse unterteilen gefolgt vom Wundverschluss:

1. In Lokalanästhesie wird ein meist auf der Linea alba verlaufender marginaler Schnitt (wenn möglich ohne vestibuläre Entlastung) durchgeführt.
2. Anschließend folgen die Präparation eines Mukoperiostlappens, Debridement von Narbengewebe und die Darstellung des Defektes. Eine Anfrischung des Lagerknochens kann erfolgen. Anschließend können beim einzeitigen Vorgehen die Implantate mithilfe der Positionierungsschiene parallel ausgerichtet in den entsprechenden Regionen gesetzt werden. Die Implantate sollen sich im Zuge des Eingriffs primärstabil darstellen. Besondere Beachtung muss die korrekte tiefendimensionale Ausrichtung in Form von der Lage der Implantatschulter auf Höhe der Schmelzzementgrenze der Nachbarzähne krestal im Bereich des geplanten zu augmentierenden Volumens finden.
3. Die Einprobe des vorgefertigten, passgenauen Titangerüstes Yxoss CBR® ergibt einen passiven spannungsfreien Sitz sowie das Einhalten der biologischen Kautelen (1,5 mm zu den Nachbarzähnen oder Nervstrukturen).
4. Aus den gängigen intraoralen Donorstellen erfolgt die Knochenentnahme in partikulierter Form. Anschliessend wird das Mesh mit dem Knochenaugmentationsmaterial (autologer Knochen und Knochenersatzmaterial) aufgefüllt.
5. Die Fixierung des Yxoss CBR® erfolgt lagestabil an dem bestehenden Restknochen mit einer Osteosyntheseschraube nach dem Prinzip der mechanischen Ruhe bei Membranen für eine ruhestabile Knochenregeneration und im Sinne des Zugschraubenprinzips. Die Titanschraube kann generell entsprechend der vorgesehenen Position durch jede beliebige Öffnung des Titangitters eingebracht werden. Die Randzonen des Titangerüstes liegen auf dem unterliegenden Knochengewebe auf. Eine resorbierbare Membran aus Kollagen sollte über das Yxoss CBR® Titangerüst gelegt werden um das Einwachsenden von Weichgewebe in den Knochendefekt zu verhindern und die Weichgewebsbildung über dem Titangerüst zu unterstützen.
6. Im Zuge des Wundverschlusses wird der Mukoperiostlappen über Yxoss CBR® dicht und spannungsfrei vernäht mittels Einzelknopf- und tiefen Matratzennähten.

Wundverschluss

Das Bindegewebe wird, wenn möglich, über dem Titangerüst dicht und spannungsfrei vernäht (z.B. Einzelknopfnähte und tiefe Matratzennaht). Die Wunde soll nach Möglichkeit vollständig verschlossen werden um eine mögliche Entzündungsreaktion im Operationsgebiet zu vermeiden.

Die klinische Erfahrung zeigt, dass in den meisten Fällen, in denen ein vollständiger Verschluss der Wunde nicht möglich war, dennoch eine zufriedenstellende Heilung erfolgt.

Wiedereröffnung und Entfernung von Yxoss CBR®

Nach Nahtentfernung und im weiteren Verlauf der Wundheilung müssen klinisch regelmäßig die Weichgewebsverhältnisse auf das Fehlen von dehiszenten Bereichen und auf generelle Entzündungsfreiheit kontrolliert werden. Nach entsprechender Knochenheilungsphase des Augmentates (ca. 4-6 Monate) kann Yxoss CBR® entfernt werden.

Für die Entfernung des Meshs und eventuelle simultane Freilegung von Implantaten wird die gleiche (marginale) Schnittführung wie bei der Implantation gewählt. Nach der Präparation des Mukoperiostlappens zeigen sich ein gut revaskularisiertes Augmentationsvolumen sowie möglicherweise ein Einsprossen der Osteoblasten durch die Gitterkonfiguration. Nach Lösen der Fixierungsschraube kann das Mesh vorsichtig entfernt werden. Yxoss CBR® besitzt meist an gut zugänglicher Stelle eine Sollbruchstelle. Ohne große Krafteinwirkung kann dann das Mesh durch die easy removal Funktion mit leichten lateralen Extrusionsbewegungen gelöst werden ohne dass das Augmentat davon beeinflusst wird. Die Implantate sind auf vollständige Osseointegration mit einer guten Vaskularisierung des umgebenden, stabil mit der Unterlage verwachsenen Knochens zu überprüfen. Zur Konditionierung der Weichgewebe und Schaffen eines natürlichen Emergenzprofiles werden danach Gingivaformer eingesetzt. Anschließend kann eine Periotestmessung als Parameter für eine stabile Osseointegration durchgeführt werden. Ein spannungsfreier Wundverschluss lässt sich mit einer Schleimhautplastik zur Verbreiterung der fixierten Gingiva kombinieren. Die Nahtentfernung erfolgt eine Woche später.

Prothetische Versorgung

Um eine kontraproduktive Kompression des Augmentates mit möglichem resultierendem Verlust desselbigen zu vermeiden empfiehlt sich ein absolutes basales Freischleifen der Interimsversorgung; alternativ bei mangelnder Compliance des Patienten eine Prothesenkarenz.

Die prothetische Versorgung erfolgt im Sinne der gängigen Kautelen.

Nachsorge

Empfohlen wird eine regelmäßige Kontrolle der Implantate und des augmentierten Bereiches im Rahmen der halbjährlichen zahnärztlichen Routineuntersuchung sowie eine radiologische Kontrolle gemäß den standardisierten Empfehlungen der jeweiligen Fachgesellschaften. Die Evidenz der ebenfalls routinemäßig durchgeführten professionellen Zahnreinigung zum Schutz vor Periimplantitiden gilt auch hier ebenso wie die Abhängigkeit des Survivals der Implantate von der Compliance des Patienten, der Mundhygiene, genetischen Faktoren, dem Rauchverhalten sowie dem Ausschluss von vorbestehenden Parodontopathien.

Yxoss Bestellung

Yxoss CBR® - Einfache Bestellung

Sie haben in diesem Portal die Möglichkeit patientenspezifische CBR® Meshs zur passgenauen Knochenaugmentation anfertigen zu lassen. Zuvor können Sie eine Kostenvoranfrage stellen. Dafür benötigen wir einige Informationen von Ihnen, die wir im Folgenden abfragen.


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